Worum geht es?
Eine Leitung muss zum Gerät und zur Sicherung passen. Ist sie zu dünn, wird sie heiß. Ist die Sicherung zu groß, schaltet sie zu spät ab. Die Leitungsdimensionierung klärt, welcher Querschnitt richtig ist.
Dafür gilt eine einfache Kette, die man sich gut merken kann:
Schritt für Schritt
- Iz kommt aus den Tabellen der DIN VDE 0298-4, abhängig vom Querschnitt und von der Verlegeart.
- Umrechnungsfaktoren verringern Iz, wenn mehrere Leitungen gehäuft liegen oder es heiß ist.
- Den Spannungsfall rechnest du wie im Thema Spannungsfall.
Foto: Petar Milošević, „Electric guide 3×2.5 mm“, Lizenz: CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.
Rechenbeispiel
Ein Heizstrahler hat 3.000 W an 230 V. Die Leitung liegt direkt unter Putz (Verlegeart C) mit einer weiteren Leitung zusammen, Faktor 0,8.
- IB = 3.000 W230 V ≈ 13 A
- Sicherung: In = 16 A, denn 13 A ≤ 16 A.
- 2,5 mm² bei Verlegeart C: etwa 27 A.
- Iz = 27 A · 0,8 ≈ 21,6 A
- Ergebnis: 13 A ≤ 16 A ≤ 21,6 A: 2,5 mm² passt
1,5 mm² darf bei Verlegeart C etwa 19,5 A führen.
- Iz = 19,5 A · 0,8 = 15,6 A
- 15,6 A ist kleiner als die 16-A-Sicherung.
- Ergebnis: zu knapp, 1,5 mm² reicht hier nicht
Typische Fehler
- Nur auf den Nennstrom der Sicherung geschaut: Häufung, Wärmedämmung und Hitze verringern die Belastbarkeit. Das muss eingerechnet werden.
- Spannungsfall vergessen: Bei langen Leitungen reicht der Querschnitt für den Strom, aber nicht für den Spannungsfall.
- Sicherung nachträglich vergrößert: Dann gilt In ≤ Iz nicht mehr, und die Leitung ist ungeschützt.
Grundregel: IB ≤ In ≤ Iz. Erst den Betriebsstrom, dann die Sicherung, dann die Leitung mit Verlegeart und Umrechnungsfaktoren. Danach Spannungsfall und Abschaltung prüfen.
Quiz: Teste dich
Zehn Fragen zum Thema Leitungsdimensionierung. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.