Worum geht es?
Ein Stromschlag passiert, wenn du zwei Dinge gleichzeitig berührst, zwischen denen eine Spannung liegt. Zum Beispiel ein kaputtes Gerät und ein Wasserrohr.
Der Potentialausgleich verbindet deshalb alle Metallteile im Haus leitend miteinander. Dann liegen sie alle auf demselben „Niveau“, und zwischen ihnen kann keine gefährliche Spannung entstehen. Stell dir zwei Wassertanks vor, die mit einem Rohr verbunden sind: Das Wasser steht in beiden gleich hoch, nichts fließt.
Der Schutzpotentialausgleich
In jedem Gebäude gibt es eine Haupterdungsschiene, meist im Hausanschlussraum. Dort werden verbunden:
- der Schutzleiter der Elektroanlage,
- der Fundamenterder,
- alle Metallrohre, die ins Haus kommen: Wasser, Gas, Heizung,
- Metallteile der Gebäudekonstruktion, Antennenanlage und Blitzschutz.
Foto: Leo Miregalitheo, „Potentialausgleichsschiene verzinkt mit Erdungsanschluss zum Fundamenterder“, Lizenz: CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.
Zusätzlicher Potentialausgleich
Manchmal reicht der Hauptpotentialausgleich nicht, zum Beispiel wenn eine Abschaltung nicht schnell genug klappt oder in besonders gefährlichen Bereichen. Dann werden Metallteile vor Ort zusätzlich miteinander verbunden. Das heißt zusätzlicher (örtlicher) Potentialausgleich.
Früher war er in jedem Bad Pflicht. Heute ist er dort meist nicht mehr nötig, wenn alle Stromkreise im Bad einen FI-Schalter mit 30 mA haben und alle Rohre aus Kunststoff sind oder schon am Hauptpotentialausgleich hängen.
Der Leiter für den Schutzpotentialausgleich muss mindestens halb so dick sein wie der dickste Schutzleiter der Anlage, aber mindestens 6 mm² Kupfer. Mehr als 25 mm² Kupfer sind nicht nötig.
Rechenbeispiele
Der dickste Schutzleiter der Anlage hat 10 mm².
- Hälfte: 10 mm² : 2 = 5 mm²
- 5 mm² ist kleiner als das Minimum von 6 mm².
- Ergebnis: 6 mm² Kupfer
Der dickste Schutzleiter hat 25 mm².
- Hälfte: 25 mm² : 2 = 12,5 mm²
- Den nächstgrößeren Normquerschnitt wählen.
- Ergebnis: 16 mm² Kupfer
Typische Fehler
- Rohr vergessen: Ein neues Metallrohr, zum Beispiel für eine Wärmepumpe, wird nicht angeschlossen.
- Wasserzähler ausgebaut: Wird der Zähler getauscht, ist das Rohr für kurze Zeit unterbrochen. Deshalb muss der Potentialausgleich vor dem Zähler angeschlossen sein oder überbrückt werden.
- Lose oder verrostete Schelle: Eine schlechte Verbindung am Rohr nützt nichts. Schellen müssen fest und korrosionsgeschützt sein.
Der Potentialausgleich verbindet alle Metallteile an der Haupterdungsschiene: Schutzleiter, Fundamenterder, Wasser-, Gas- und Heizungsrohre. Dann liegt zwischen ihnen keine gefährliche Spannung. Der Leiter ist grün-gelb und mindestens 6 mm² Kupfer dick.
Quiz: Teste dich
Zehn Fragen zum Thema Potentialausgleich. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.