Worum geht es?
Jedes elektrische Gerät muss dich schützen, falls innen einmal etwas kaputtgeht. Wie es das macht, sagt seine Schutzklasse. Es gibt drei:
- Schutzklasse I: Das Gehäuse hängt am Schutzleiter.
- Schutzklasse II: Das Gerät ist doppelt isoliert.
- Schutzklasse III: Das Gerät läuft mit ungefährlicher Kleinspannung.
Klasse I und Klasse II
Bei Schutzklasse I ist der Schutzleiter lebenswichtig. Fehlt er, merkt man im normalen Betrieb nichts. Erst bei einem Fehler steht das Gehäuse plötzlich unter Spannung. Deshalb gehört an ein Gerät der Klasse I immer ein Stecker mit Schutzkontakt.
Bei Schutzklasse II gibt es keinen Schutzleiteranschluss. Die zweite Isolierung übernimmt den Schutz. Solche Geräte haben oft einen flachen Eurostecker.
Foto: SomnusDe, bearbeitet von MikeRun, „Europlugs CEE 7/16, CEE 7/17, CEE 7/7“, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.
Klasse III: Kleinspannung
Geräte der Schutzklasse III laufen mit Schutzkleinspannung (SELV): höchstens 50 V Wechselspannung oder 120 V Gleichspannung. Diese Spannung kommt aus einem Sicherheitstransformator oder einem passenden Netzteil, das sie sicher vom 230-V-Netz trennt.
Beispiele: elektrisches Spielzeug, 12-V-Halogenleuchten, Gartenleuchten und viele Akku-Geräte. Mehr zu den Schutzmaßnahmen im Thema Schutzmaßnahmen.
Bei der Geräteprüfung wird nach Schutzklasse geprüft. Bei Klasse I misst man den Schutzleiterwiderstand, bei Klasse II nur den Isolationswiderstand und den Berührungsstrom.
Rechenbeispiele
Eine 12-V-Gartenleuchte der Schutzklasse III hat 20 W.
- I = PU = 20 W12 V ≈ 1,67 A
- Ergebnis: etwa 1,7 A
Was heißt das? Bei Kleinspannung fließt für die gleiche Leistung viel mehr Strom als bei 230 V. Die Leitungen müssen dafür dick genug sein.
Bei der Prüfung eines Geräts der Klasse I mit 5 m Anschlussleitung darf der Schutzleiterwiderstand höchstens 0,3 Ω sein. Gemessen werden 0,12 Ω.
- 0,12 Ω ist kleiner als 0,3 Ω.
- Ergebnis: bestanden, der Schutzleiter ist in Ordnung
Typische Fehler
- Schuko-Gerät über Adapter ohne Schutzkontakt: Dann ist der Schutzleiter unterbrochen, und der Schutz der Klasse I ist weg.
- Klasse-II-Gerät mit beschädigtem Gehäuse: Ist die äußere Isolierung gerissen, schützt sie nicht mehr. Gerät nicht mehr benutzen.
- Kleinspannung aus einem einfachen Trafo: Nur ein Sicherheitstransformator trennt sicher. Ein Spartrafo darf dafür nicht verwendet werden.
Klasse I schützt mit dem Schutzleiter, Klasse II mit doppelter Isolierung, Klasse III mit Kleinspannung. Das Zeichen steht auf dem Typenschild: Erdungszeichen, doppeltes Quadrat oder Raute mit III.
Quiz: Teste dich
Zehn Fragen zum Thema Schutzklassen. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.