Worum geht es?
Schaltet man einen Motor aus, läuft er noch eine Weile nach. Bei einer Kreissäge, einem Kran oder einem Förderband ist das gefährlich oder unpraktisch. Motorbremsen halten den Motor schnell an und, wenn nötig, sicher fest.
Die Bremsverfahren
- Federdruckbremse: mechanisch, bremst ohne Strom. Sicher bei Stromausfall.
- Gleichstrombremsung: Nach dem Abschalten fließt kurz Gleichstrom durch die Wicklung. Das feste Magnetfeld bremst den Läufer.
- Gegenstrombremsung: Zwei Außenleiter werden kurz getauscht, der Motor will andersherum drehen. Muss beim Stillstand sofort abgeschaltet werden, sonst läuft er rückwärts an.
- Mit Frequenzumrichter: Die Frequenz wird heruntergefahren, der Motor arbeitet kurz als Generator. Die Energie geht in einen Bremswiderstand oder zurück ins Netz.
Bild: Emffren, „Akım Baskılı Frenler“, Lizenz: CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons.
Rechenbeispiel
Beim Abbremsen fließen 10 kW für 3 Sekunden in einen Bremswiderstand.
- W = P · t = 10.000 W · 3 s = 30.000 Ws
- in Wh: 30.000 Ws3.600 ≈ 8,3 Wh
- Ergebnis: 30.000 Joule werden Wärme, der Widerstand wird heiß
Typische Fehler
- Elektrische Bremse als Haltebremse: Im Stillstand hält sie nichts fest. Bei Kränen und Aufzügen braucht es eine mechanische Bremse.
- Gegenstrom zu lange: Der Motor läuft rückwärts an. Ein Drehzahlwächter muss im Stillstand abschalten.
- Bremse falsch angeschlossen: Öffnet die Bremse nicht, läuft der Motor gegen die Bremse und überhitzt.
Die Federdruckbremse bremst ohne Strom und hält sicher fest, auch bei Stromausfall. Gleichstrom- und Gegenstrombremsung bremsen elektrisch, halten aber nicht fest. Mit Frequenzumrichter wird die Bremsenergie in einem Bremswiderstand zu Wärme oder zurück ins Netz gespeist.
Quiz: Teste dich
Zehn Fragen zum Thema Bremsen von Motoren. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.