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VoltBase Bauteile Schütz
Thema 26 Bauteile

Schütz

Das Kraftrelais für Motoren: wie ein Schütz aufgebaut ist, was die Klemmenbezeichnungen bedeuten und wie du die richtige Größe wählst.

ca. 6 Minuten Grundlagen Quiz mit 10 Fragen
01

Worum geht es?

Ein Schütz ist der große, kräftige Bruder des Relais. Auch hier zieht eine Spule einen Anker an und schaltet Kontakte. Das Schütz ist aber für große Ströme und sehr häufiges Schalten gebaut, zum Beispiel für Motoren und Heizungen. Es schaltet alle drei Außenleiter gleichzeitig.

Es gibt zwei Sorten: Leistungsschütze mit dicken Kontakten für den großen Strom und Hilfsschütze mit vielen kleinen Kontakten für die Steuerung. Im Schaltplan heißen Leistungsschütze meist Q, Hilfsschütze und Relais K.

Schaltzeichen eines Leistungsschützes Links die Spule Q1 mit A1 und A2. Daneben drei Hauptkontakte als Schließer mit Halbkreis am Festkontakt, beschriftet 1 bis 6, und ein Hilfsschließer 13-14. Alle Kontakte sind offen gezeichnet, eine gestrichelte Wirkungslinie verbindet sie. Q1 A1A2 1/L12/T1 3/L24/T2 5/L36/T3 1314 SpuleHauptkontakte (Hauptstromkreis)Hilfskontakt
Schaltzeichen nach DIN EN 60617 im Ruhezustand: Die drei Hauptkontakte tragen am Festkontakt einen kleinen Halbkreis, das Kennzeichen für einen Schützkontakt. Die Klemmen heißen 1/L1 bis 6/T3: oben die Netzseite, unten die Lastseite. Der Hilfsschließer 13-14 wird zum Beispiel für die Selbsthaltung gebraucht.
02

Aufbau

  • Magnetsystem: Spule, feststehendes Joch und beweglicher Anker. Bei Wechselstromspulen sitzt im Joch ein Kurzschlussring, der verhindert, dass der Anker im Takt der Netzfrequenz brummt und flattert.
  • Hauptkontakte: drei kräftige Schließer mit Doppelunterbrechung. Die Löschkammern teilen und kühlen den Lichtbogen beim Abschalten.
  • Hilfskontakte: kleine Schließer und Öffner, eingebaut oder als aufsteckbarer Hilfsschalterblock.
  • Rückstellfeder: öffnet die Kontakte, sobald die Spule stromlos wird.
Einzelteile eines zerlegten Schützes mit spanischer Beschriftung auf dunklem Hintergrund
Ein Schütz in Einzelteilen (Beschriftung auf Spanisch): oben von links das Gehäuse des Hilfsschalterblocks, die beweglichen Kontakte, das Joch (feststehender Magnetkern, „culata“), die Spule („bobina“) und das Gehäuse. Unten die Hilfskontakte, die Klemmschrauben, die Rückstellfeder („muelle de retorno“), der bewegliche Anker („armadura móvil“) und die Hauptkontakte.

Foto: Saguzar1, „Despiece contactor“, Lizenz: CC0 (gemeinfrei), Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.

03

Klemmen und Gebrauchskategorien

KlemmeBedeutung
A1, A2Spule
1/L1, 3/L2, 5/L3Hauptkontakte, Netzseite
2/T1, 4/T2, 6/T3Hauptkontakte, Lastseite zum Motor
13-14, 43-44 …Hilfsschließer
21-22, 31-32 …Hilfsöffner

Wie stark ein Schütz belastet werden darf, hängt von der Art der Last ab. Das beschreibt die Gebrauchskategorie:

KategorieLast
AC-1nicht oder schwach induktiv, zum Beispiel Heizungen
AC-3Käfigläufermotoren: Anlassen, Ausschalten im Lauf
AC-4Käfigläufermotoren: Tippen, Gegenstrombremsen, Reversieren
DC-13Gleichstrom-Elektromagnete (Hilfskontakte)

Derselbe Schütz darf in AC-1 deutlich mehr Strom schalten als in AC-3. Für Motoren immer den AC-3-Wert vom Typenschild oder Datenblatt nehmen.

Installationsschütz

In Wohngebäuden findest du schmale, leise Installationsschütze im Verteiler, zum Beispiel für Speicherheizungen, Wärmepumpen oder Treppenhausbeleuchtung. Sie haben die Bauform eines Leitungsschutzschalters.

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Rechenbeispiele

01 Schütz für einen Motor auswählen

Ein Drehstrommotor hat 7,5 kW, η = 0,88 und cos φ = 0,85 an 400 V. Welchen AC-3-Strom muss das Schütz mindestens haben?

  1. Aufgenommene Leistung: Pzu = 7,5 kW0,88 ≈ 8,52 kW
  2. I = 8.520 W1,732 · 400 V · 0,85 ≈ 14,5 A
  3. Ergebnis: Schütz mit mindestens 14,5 A in AC-3

Praxis: Man nimmt die nächste Baugröße darüber, zum Beispiel 18 A in AC-3. Bei häufigem Tippen (AC-4) muss das Schütz noch größer gewählt werden.

02 Spulenstrom beim Anziehen und Halten

Laut Datenblatt nimmt eine 230-V-AC-Schützspule beim Anziehen 70 VA auf, im angezogenen Zustand 8 VA. Welche Ströme fließen?

  1. Anzug: I = 70 VA230 V ≈ 0,30 A
  2. Halten: I = 8 VA230 V ≈ 35 mA
  3. Ergebnis: 0,30 A beim Anzug, 35 mA beim Halten

Warum der Unterschied? Bei offenem Anker ist der Luftspalt groß, die Induktivität klein, der Strom groß. Nach dem Anziehen ist der Magnetkreis geschlossen, der Blindwiderstand steigt, der Strom sinkt. Steuertrafos müssen den Anzugsstrom liefern können.

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Typische Fehler

  • Nach AC-1 statt AC-3 ausgewählt: Für Motoren ist der AC-1-Wert viel zu optimistisch. Die Kontakte verschweißen oder brennen ab.
  • Falsche Spulenspannung: Eine 24-V-Spule an 230 V brennt sofort durch, eine 230-V-Spule an 24 V zieht nicht an.
  • Netz- und Lastseite vertauscht: Funktioniert zwar oft, ist aber unübersichtlich und widerspricht der Kennzeichnung 1/L1 oben, 2/T1 unten.
  • Schütz als Schutzorgan betrachtet: Ein Schütz schaltet nur. Gegen Überlast schützt erst ein Motorschutz, gegen Kurzschluss eine Sicherung oder ein Leistungsschalter.
Merke

Ein Schütz ist ein Relais für große Lasten. Spule A1-A2, Hauptkontakte 1/L1 bis 6/T3, Hilfskontakte 13-14 und 21-22. Für Motoren nach der Gebrauchskategorie AC-3 auswählen. Ein Schütz schaltet, es schützt nicht.

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Quiz: Teste dich

Zehn Fragen zum Thema Schütz. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.

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