PV-Anlage
Amortisation
Wann rechnet sich Solar? Kosten, Einnahmen und Beispielrechnung mit und ohne Speicher.
Was kostet eine PV-Anlage?
Die Investition in eine Photovoltaik-Anlage ist erheblich — aber sie zahlt sich aus. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind Investitionskosten, Einnahmen durch Eigenverbrauch und Einspeisung sowie die Amortisationszeit.
- Module (10 kWp)~8.000 €
- Wechselrichter~1.500 €
- Montage & Kabel~2.000 €
- Anmeldung / Zähler~500 €
- Gesamt (ohne Speicher)~12.000 €
- Speicher (10 kWh)~8.000 €
- Gesamt (mit Speicher)~20.000 €
- Eigenverbrauch (30%)~540 €/a
- Einspeisung (70%)~513 €/a
- Gesamt (ohne Speicher)~1.053 €/a
- Eigenverbrauch (70%)~1.260 €/a
- Einspeisung (30%)~220 €/a
- Gesamt (mit Speicher)~1.480 €/a
Anlage: 10 kWp | Jahresertrag: 9.500 kWh (950 kWh/kWp, Süddeutschland)
Strompreis: 0,36 €/kWh | Einspeisevergütung: 0,077 €/kWh (2024)
Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher: 30 % | mit 10-kWh-Speicher: 70 %
Die Amortisationsformel
Die Amortisationszeit (auch: Payback Period) gibt an, nach wie vielen Jahren die Investitionskosten durch die jährlichen Einsparungen und Einnahmen gedeckt sind.
Der jährliche Nettogewinn setzt sich zusammen aus:
- ✅ Einsparung beim Stromkauf = Eigenverbrauch × Strompreis
- ✅ Einnahmen aus Einspeisung = Eingespeiste Energie × Einspeisevergütung
- ❌ Minus: Betriebskosten = ca. 150–300 €/a (Versicherung, Monitoring, Reinigung)
Ohne Speicher
Anlage: 10 kWp | Investition: 12.000 € | Jahresertrag: 9.500 kWh
Eigenverbrauchsanteil: 30 % (= 2.850 kWh/a)
Einspeisung: 70 % (= 6.650 kWh/a)
Strompreis: 0,36 €/kWh | Einspeisevergütung: 0,077 €/kWh
Betriebskosten: 200 €/a
Mit Batteriespeicher
Anlage: 10 kWp + 10-kWh-Speicher | Investition: 20.000 €
Jahresertrag: 9.500 kWh | Eigenverbrauchsanteil: 70 % (= 6.650 kWh/a)
Einspeisung: 30 % (= 2.850 kWh/a)
Strompreis: 0,36 €/kWh | Einspeisevergütung: 0,077 €/kWh
Betriebskosten: 300 €/a (inkl. Speicherwartung)
Mit vs. ohne Speicher
| Ohne Speicher | Mit Speicher (10 kWh) | |
|---|---|---|
| Investition | 12.000 € | 20.000 € |
| Eigenverbrauch | 30 % | 70 % |
| Jahresgewinn (netto) | 1.338 €/a | 2.314 €/a |
| Amortisation | ~9 Jahre | ~8–9 Jahre |
| Gesamtgewinn (25 J.) | ~21.400 € | ~37.900 € |
| Unabhängigkeit vom Netz | gering | hoch |
Ein Speicher amortisiert sich nicht wesentlich schneller als eine Anlage ohne Speicher — aber er erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich und macht unabhängiger vom Netz und von steigenden Strompreisen. Mit steigendem Strompreis verbessert sich die Wirtschaftlichkeit beider Varianten.
Faustregel: PV-Anlagen amortisieren sich in Deutschland typischerweise nach 8–12 Jahren. Da Module 25–30 Jahre halten, ergibt sich ein langer Betrieb mit „kostenlosem" Strom.
Was die Wirtschaftlichkeit beeinflusst
Die tatsächliche Amortisationszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- ↗ Hoher Eigenverbrauch
- ↗ Süd-Ausrichtung des Dachs
- ↗ Steigender Strompreis
- ↗ Günstiger Einkaufspreis
- ↗ Viel Sonne (Südlage DE)
- ↗ Staatliche Förderung (KfW)
- ↘ Nord-Ausrichtung oder Verschattung
- ↘ Hohe Installationskosten
- ↘ Sinkende Einspeisevergütung
- ↘ Geringer Eigenverbrauch
- ↘ Norddeutschland (weniger Sonne)
- ↘ Hohe Finanzierungskosten
Zusammenfassung
- Amortisationszeit = Investitionskosten ÷ Jährlicher Nettogewinn
- Zwei Einnahmequellen: Einsparung beim Stromkauf (Eigenverbrauch) + Einspeisevergütung.
- Typische Amortisationszeit in Deutschland: 8–12 Jahre (Modullaufzeit 25–30 J.).
- Speicher erhöht Eigenverbrauch deutlich (30 % → 70 %), amortisiert sich aber ähnlich schnell.
- Einspeisevergütung 2024: 0,077 €/kWh für Anlagen bis 10 kWp (sinkt jährlich).
- Steigender Strompreis verbessert die Wirtschaftlichkeit nachträglich — die Einsparung wächst.
- KfW-Förderung (Programm 270) ermöglicht günstige Kredite für PV-Anlagen.
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