Worum geht es?
Leitungen bringen den Strom vom Verteiler zu Schaltern, Lampen und Steckdosen. Wie sie verlegt werden, ist genau geregelt. Denn eine schlecht verlegte Leitung kann beschädigt werden, zu heiß werden oder beim Bohren getroffen werden.
Die wichtigste Regel ist ganz einfach: In der Wand laufen Leitungen nur waagerecht oder senkrecht, nie schräg.
Die Grundregeln
- Gerade Wege: waagerecht und senkrecht in festen Streifen, den Installationszonen.
- Schützen: Wo eine Leitung beschädigt werden kann, kommt sie in ein Rohr oder einen Kanal, zum Beispiel im Fußboden oder an der Werkbank.
- Nicht quetschen, nicht knicken: Schellen und Befestigungen dürfen den Mantel nicht eindrücken.
- Nicht zu dicht bündeln: Viele Leitungen eng nebeneinander werden wärmer. Dann dürfen sie weniger Strom führen. Mehr dazu in Leitungsdimensionierung.
- Zugentlastung: Am Gerät oder in der Dose darf kein Zug auf die Klemmen kommen.
- Brandschutz: Wo Leitungen durch eine Brandwand gehen, muss das Loch danach wieder brandsicher verschlossen werden.
Biegen und Befestigen
Eine Leitung darf nicht scharf geknickt werden. Sonst bekommt die Isolierung Risse, und es kann zu einem Kurzschluss kommen.
Foto: SchmiAlf, „Elektroinstallation unter Putz“, Lizenz: CC0 (gemeinfrei), Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.
Welche Leitung wo verwendet werden darf, findest du im Thema Kabelarten. Wie sie befestigt wird, also auf Putz, unter Putz, im Rohr oder im Kanal, zeigt das Thema Verlegearten.
Draußen und in der Erde
- Nur Erdkabel in die Erde: zum Beispiel NYY. Eine NYM-Leitung ist dafür nicht gebaut.
- Tief genug: In der Regel mindestens etwa 60 cm tief, unter Fahrwegen tiefer, meist 80 cm.
- Warnband: Ein rot-gelbes Band liegt etwa 30 cm über dem Kabel. Wer später gräbt, findet zuerst das Band.
- Sand drum herum: Das Kabel liegt in einer Sandschicht, damit spitze Steine es nicht beschädigen.
- Sonne: Draußen sichtbar verlegte Leitungen müssen UV-beständig sein.
Mach vor dem Verputzen ein Foto von jeder Wand mit einem Zollstock im Bild. So weißt du auch Jahre später noch genau, wo die Leitungen liegen.
Rechenbeispiele
Eine NYM-J 5 × 2,5 hat einen Außendurchmesser von etwa 11 mm. Wie groß muss der Biegeradius mindestens sein?
- r = 4 · D = 4 · 11 mm = 44 mm
- Ergebnis: mindestens 44 mm, also gut 4 cm
Eine Leitung darf allein 20 A führen (Beispielwert). Jetzt liegt sie mit drei anderen Stromkreisen eng gebündelt, also vier Stromkreise zusammen. Dafür gilt der Umrechnungsfaktor 0,65.
- I = 20 A · 0,65 = 13 A
- Ergebnis: nur noch 13 A erlaubt
Was heißt das? Gebündelte Leitungen können sich gegenseitig nicht gut abkühlen. Deshalb dürfen sie weniger Strom führen.
Typische Fehler
- Schräg „abgekürzt“: Spart ein paar Meter Leitung, ist aber verboten und gefährlich.
- NYM in die Erde gelegt: Der Mantel hält Feuchtigkeit auf Dauer nicht aus. In die Erde gehört Erdkabel.
- Zu eng um die Ecke: Ein Knick beschädigt die Isolierung, oft unsichtbar.
- Alle Leitungen in ein Bündel: Die Leitungen werden zu warm, wenn die Bündelung nicht eingerechnet wird.
In der Wand laufen Leitungen nur waagerecht oder senkrecht in den Installationszonen. Eine NYM-Leitung wird höchstens mit dem Radius 4 · D gebogen. Gebündelte Leitungen dürfen weniger Strom führen. In die Erde gehört nur Erdkabel, mit Warnband darüber.
Quiz: Teste dich
Zehn Fragen zum Thema Leitungsverlegung. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.