Zum Inhalt springen
VoltBaseElektroGenius Lernportal
VoltBase Installation Leitungsverlegung
Thema 41 Installation

Leitungsverlegung

Gerade, geschützt, nicht zu eng gebogen: die wichtigsten Regeln, wie Leitungen in Wand, Boden und Erde verlegt werden.

ca. 6 Minuten Grundlagen Quiz mit 10 Fragen
01

Worum geht es?

Leitungen bringen den Strom vom Verteiler zu Schaltern, Lampen und Steckdosen. Wie sie verlegt werden, ist genau geregelt. Denn eine schlecht verlegte Leitung kann beschädigt werden, zu heiß werden oder beim Bohren getroffen werden.

Die wichtigste Regel ist ganz einfach: In der Wand laufen Leitungen nur waagerecht oder senkrecht, nie schräg.

Leitungen in der Wand richtig und falsch verlegt Eine Wand mit Abzweigdose, Schalter und zwei Steckdosen. Blau gezeichnet die richtigen Leitungswege: waagerecht und senkrecht. Rot gestrichelt ein falscher, schräger Leitungsweg. AbzweigdoseSchalter SteckdoseSteckdose waagerechtsenkrecht schräg: verbotenspäter findet sie keiner
Leitungen nur waagerecht und senkrecht: Die blauen Wege laufen gerade nach oben, unten oder zur Seite. So weiß später jeder, wo in der Wand Leitungen liegen, zum Beispiel beim Bohren für ein Regal. Der rote, schräge Weg ist verboten: Er liegt dort, wo niemand eine Leitung erwartet. Wo genau die erlaubten Streifen liegen, steht im Thema Installationszonen.
02

Die Grundregeln

  • Gerade Wege: waagerecht und senkrecht in festen Streifen, den Installationszonen.
  • Schützen: Wo eine Leitung beschädigt werden kann, kommt sie in ein Rohr oder einen Kanal, zum Beispiel im Fußboden oder an der Werkbank.
  • Nicht quetschen, nicht knicken: Schellen und Befestigungen dürfen den Mantel nicht eindrücken.
  • Nicht zu dicht bündeln: Viele Leitungen eng nebeneinander werden wärmer. Dann dürfen sie weniger Strom führen. Mehr dazu in Leitungsdimensionierung.
  • Zugentlastung: Am Gerät oder in der Dose darf kein Zug auf die Klemmen kommen.
  • Brandschutz: Wo Leitungen durch eine Brandwand gehen, muss das Loch danach wieder brandsicher verschlossen werden.
03

Biegen und Befestigen

Eine Leitung darf nicht scharf geknickt werden. Sonst bekommt die Isolierung Risse, und es kann zu einem Kurzschluss kommen.

Biegeradius einer Leitung Eine Leitung wird um 90 Grad gebogen. Der Radius der Biegung muss mindestens das Vierfache des Außendurchmessers sein. r DD = Außendurchmesser Regel für NYM: r mindestens 4 · D NYM-J 3 × 1,5: D etwa 8 mm r ≥ 4 · 8 mm = 32 mm Zu eng gebogen:Isolierung kann brechen
Nicht zu eng biegen: Der Biegeradius r ist der Abstand vom Mittelpunkt der Kurve bis zur Leitung. Bei Mantelleitungen wie NYM muss er mindestens das Vierfache des Außendurchmessers D sein. Dickere Kabel brauchen noch größere Bögen, der genaue Wert steht im Datenblatt.
Rohbauwand aus Ziegeln, auf der viele graue Leitungen senkrecht nebeneinander nach oben zu einem eingebauten Verteilerkasten laufen
Leitungen im Rohbau, vor dem Verputzen: Die grauen NYM-Leitungen laufen gerade senkrecht nebeneinander zum Unterputzverteiler. Später verschwinden sie unter dem Putz. Weil sie gerade verlegt sind, weiß man auch danach noch, wo sie liegen.

Foto: SchmiAlf, „Elektroinstallation unter Putz“, Lizenz: CC0 (gemeinfrei), Quelle: Wikimedia Commons, verkleinert.

Welche Leitung wo verwendet werden darf, findest du im Thema Kabelarten. Wie sie befestigt wird, also auf Putz, unter Putz, im Rohr oder im Kanal, zeigt das Thema Verlegearten.

04

Draußen und in der Erde

  • Nur Erdkabel in die Erde: zum Beispiel NYY. Eine NYM-Leitung ist dafür nicht gebaut.
  • Tief genug: In der Regel mindestens etwa 60 cm tief, unter Fahrwegen tiefer, meist 80 cm.
  • Warnband: Ein rot-gelbes Band liegt etwa 30 cm über dem Kabel. Wer später gräbt, findet zuerst das Band.
  • Sand drum herum: Das Kabel liegt in einer Sandschicht, damit spitze Steine es nicht beschädigen.
  • Sonne: Draußen sichtbar verlegte Leitungen müssen UV-beständig sein.
Für die Praxis

Mach vor dem Verputzen ein Foto von jeder Wand mit einem Zollstock im Bild. So weißt du auch Jahre später noch genau, wo die Leitungen liegen.

05

Rechenbeispiele

01 Wie eng darf ich biegen?

Eine NYM-J 5 × 2,5 hat einen Außendurchmesser von etwa 11 mm. Wie groß muss der Biegeradius mindestens sein?

  1. r = 4 · D = 4 · 11 mm = 44 mm
  2. Ergebnis: mindestens 44 mm, also gut 4 cm
02 Was macht das Bündeln aus?

Eine Leitung darf allein 20 A führen (Beispielwert). Jetzt liegt sie mit drei anderen Stromkreisen eng gebündelt, also vier Stromkreise zusammen. Dafür gilt der Umrechnungsfaktor 0,65.

  1. I = 20 A · 0,65 = 13 A
  2. Ergebnis: nur noch 13 A erlaubt

Was heißt das? Gebündelte Leitungen können sich gegenseitig nicht gut abkühlen. Deshalb dürfen sie weniger Strom führen.

06

Typische Fehler

  • Schräg „abgekürzt“: Spart ein paar Meter Leitung, ist aber verboten und gefährlich.
  • NYM in die Erde gelegt: Der Mantel hält Feuchtigkeit auf Dauer nicht aus. In die Erde gehört Erdkabel.
  • Zu eng um die Ecke: Ein Knick beschädigt die Isolierung, oft unsichtbar.
  • Alle Leitungen in ein Bündel: Die Leitungen werden zu warm, wenn die Bündelung nicht eingerechnet wird.
Merke

In der Wand laufen Leitungen nur waagerecht oder senkrecht in den Installationszonen. Eine NYM-Leitung wird höchstens mit dem Radius 4 · D gebogen. Gebündelte Leitungen dürfen weniger Strom führen. In die Erde gehört nur Erdkabel, mit Warnband darüber.

07

Quiz: Teste dich

Zehn Fragen zum Thema Leitungsverlegung. Nach jeder Antwort bekommst du eine Erklärung. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.

Das Quiz wird geladen …